• SCHLAFSTÖRUNGSYSTEM

Schlafstörungen behandeln: Diese Möglichkeiten haben Sie

Können Sie mehr als dreimal wöchentlich nicht ein- oder durchschlafen und dauert dieser Zustand länger als einen Monat an, leiden Sie an einer Schlafstörung (Insomnie). Weil Ihre Nachtruhe nicht erholsam ist, sind Sie am folgenden Tag müde, unkonzentriert, gereizt und weniger leistungsfähig. Chronischer Schlafmangel ist mit einem erhöhten Krankheitsrisiko verbunden. Daher sollten Sie Ihre Schlafstörungen unbedingt behandeln lassen.


Warum Sie Ihre Schlafstörungen behandeln sollten


Tritt bei Ihnen eine Schlafstörung auf und geht sie nicht von allein vorüber, suchen Sie am besten Ihren Hausarzt auf. Dieser wird Sie anschließend gründlich untersuchen, um herauszufinden, ob Ihre Schlafstörungen durch eine Erkrankung wie beispielsweise eine Schilddrüsenüberfunktion verursacht werden.

Je nach Diagnose überweist er Sie noch an einen Facharzt oder einen Schlafmediziner. Diese führen mit Ihnen spezielle Tests durch. Egal welche Ursache Ihr Schlafproblem hat, lassen Sie es unbedingt behandeln. Denn lange anhaltende Ein- und Durchschlafstörungen können nicht nur Ihren Arbeitsplatz gefährden.

Setzen Sie sich übermüdet ans Steuer, können Sie einen Autounfall verursachen und Ihr eigenes Leben und das anderer Menschen gefährden. Oder Sie erleiden einen Arbeitsunfall, weil Sie für den Bruchteil einer Sekunde unaufmerksam waren. Darüber hinaus steigt Ihr Risiko für akute und chronische Erkrankungen. Länger anhaltende Schlafstörungen

  • schwächen Ihr Abwehrsystem: Sie sind anfälliger für Erkältungen und andere Infektionskrankheiten. Weil das Immunsystem im Schlaf normalerweise notwendige Reparaturarbeiten durchführt, heilen Wunden langsamer.

 

  • können Magen- und Darmprobleme verursachen: Der mit der Schlaflosigkeit verbundene Ärger schlägt Ihnen buchstäblich auf den Magen. Sie haben Magenschmerzen und können nichts essen.

 

  • lösen oft Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen aus. Der dauerhaft erhöhte Cortisolspiegel treibt Ihren Blutdruck in die Höhe und kann unter bestimmten Voraussetzungen sogar einen Herzinfarkt oder Schlaganfall verursachen.

 

  • können zur ungewollten Gewichtszunahme führen

 

  • erhöht Ihr Risiko für psychische Erkrankungen wie beispielsweise Depressionen

Eine 2008 in Japan durchgeführte klinische Studie ergab, dass schon weniger als siebeneinhalb Stunden Schlaf pro Nacht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen, wenn die Schlafstörungen länger anhalten und nicht behandelt werden. Dies gilt umso mehr, wenn der Betroffene bereits Bluthochdruck hat.

Und je weniger er schläft, desto größer wird dieses Risiko. Eine im Jahr 2009 vom University College London und der Universität Warwick durchgeführte Studie an 4600 männlichen und weiblichen Testpersonen zeigte, dass Frauen mit einer Schlafdauer von höchstens sieben Stunden deutlich höhere Interleukin-6-Werte hatten.

Diese Entzündungsmarker weisen auf ein erhöhtes Risiko für Herzkrankheiten hin. Bei den Probanden, die weniger als fünf Stunden Schlaf hatten, fanden die untersuchenden Mediziner zusätzlich c-Proteine im Blut. Diese Marker werden in großer Menge ausgeschüttet, wenn der Betroffene ein erhöhtes Herzschlag-Risiko hat.

Darüber hinaus steigt die Wahrscheinlichkeit, infolge chronischer Schlafstörungen zuzunehmen, laut einer kanadischen Studie um bis zu 27 Prozent an. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass eine Schlafdauer von sieben bis acht Stunden dazu beiträgt, das Idealgewicht zu erreichen oder zu halten.

Obwohl die Untersuchung nicht verrät, warum dies so ist, gilt als sicher, dass zu wenig Schlaf das Hungergefühl steigert und so für eine unerwünschte Gewichtszunahme sorgt. Der Schlafmangel bewirkt einen Anstieg des Ghrelinspiegels im Körper, sodass man mehr Hunger verspürt. Gleichzeitig verringert er den Leptinlevel. Dadurch verspürt man ein nur unzureichendes Sättigungsgefühl und bekommt schneller Hunger.


Wie Sie Ihre Schlafstörungen behandeln können


Die Behandlung von gestörtem Schlaf hängt normalerweise von seiner Ursache ab. Ist er Folge einer organischen oder psychischen Erkrankung, muss diese therapiert werden. Bei der Mehrzahl der Fälle wird das Schlafproblem jedoch von ungesunden Lebensgewohnheiten und ungenügender Schlafhygiene verursacht. Egal für welche Möglichkeit des Schlafstörungen Behandelns Sie sich entscheiden, kombinieren Sie sie unbedingt mit einer verbesserten Schlafhygiene.


Schlafmittel


Von Angsterkrankungen und Depressionen ausgelöste Schlafprobleme lassen sich bessern oder beseitigen, wenn die Betroffenen spezielle Schlafmittel (Hypnotika) erhalten. In vielen anderen Fällen sollte man allerdings mit der Verabreichung von Schlaftabletten vorsichtig sein. Denn oft verschreiben Ärzte zu schnell und zu lange chemische Schlafhelfer. Manche der Pharmazeutika haben ein hohes Abhängigkeitspotenzial und/oder gravierende Nebenwirkungen.

Länger anhaltender Schlafmittelkonsum kann sogar eine psychische Abhängigkeit hervorrufen. Dann haben Sie das Gefühl, ohne Ihre pharmazeutischen Helfer nicht schlafen zu können. Schlafmedizinier stehen der ausschließlichen Verabreichung dieser Mittel ohnehin kritisch gegenüber: Hypnotika sollten ihrer Meinung nach erst dann eingenommen werden, wenn pflanzliche Arzneimittel und nichtmedikamentöse Maßnahmen wie Entspannungstechniken nicht den gewünschten Erfolg bringen.


Pflanzliche Mittel (Phytopharmaka)


Dauern Ihre Schlafstörungen länger als zwei Tage an und sind bei Ihnen schlafhygienische Maßnahmen nicht hilfreich, besorgen Sie sich am besten ein hoch konzentriertes pflanzliches Medikament aus der Apotheke.

Heilkräutertee allein hat eine zu schwache schlaffördernde Wirkung, kann aber unterstützend angewendet werden. Phytopharmaka stören den natürlichen Schlafablauf nicht, machen nicht abhängig und produzieren am folgenden Tag keinen Hangover (Tagesmüdigkeit).

Allerdings müssen Sie sie mindestens zwei Wochen lang täglich einnehmen, bis Sie von ihrer vollen Wirkung profitieren. Welche Heilpflanze zum Schlafstörungen Behandeln geeignet ist, hängt davon ab, welche Symptome Sie haben.


Einschlafstörungen behandeln


Leichte Einschlafstörungen lassen sich gut mit Baldrian und Hopfen behandeln. Sie haben eine deutlich stärkere Wirkung als Melisse und Lavendel. Medikamente mit Hopfen und Baldrian gibt es als Monopräparate (mit nur einem Pflanzenextrakt) und als Kombinationspräparate.

Bei letzteren verstärkt der Hopfen die schlaffördernde Wirkung des Baldrians zusätzlich. Empfindliche Patienten vertragen pflanzliche Schlafmittel mit nur einem Extrakt besser. Der Trockenextrakt wird oft mit einem aus der Passionsblume kombiniert. Achten Sie bei der Anwendung der Phytopharmaka darauf, dass Sie sie über einen längeren Zeitraum täglich und in der passenden Dosis einnehmen.

Vom Baldrian-Trockenextrakt benötigen Sie pro Tag mindestens 400 bis 600 mg. Zum Vergleich: Die klinischen Studien zur Wirksamkeit von Baldrian bei Schlafstörungen wurden meist mit 600 bis 1000 mg Extrakt täglich durchgeführt.

Verteilen Sie die Tagesdosis so, dass Sie die Hälfte davon eine halbe Stunde vor dem Zubettgehen einnehmen. In Tabletten, Dragees und Kapseln zugeführter Baldrian-Extrakt ist geschmacksneutral. Mit ihnen ersparen Sie sich das unangenehme Baldrianaroma.


Durchschlafstörungen behandeln


Wird Ihr Schlaf durch Wachphasen unterbrochen, sollten Sie hoch dosierte Baldrian-Tabletten einnehmen. Und wenden Sie zusätzliche schlafunterstützende Maßnahmen an.


Krankheitsbedingte Schlafstörungen behandeln


Leiden Sie an Schlafstörungen, die von Ängsten und nervöser Unruhe begleitet werden, können Sie sie mit Passionsblumen-Präparaten behandeln. Nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen ist auch patentiertes Lavendelöl hilfreich:

Es reduziert Ängste und entspannt, sodass Sie schneller erholsam schlafen können. Wie andere Pflanzenpräparate macht auch Lavendel bei langfristiger Einnahme nicht abhängig. Und erzeugt keinen Hangover-Effekt. Wurden Ihre Schlafstörungen von Depressionen verursacht, können Ihnen Mittel mit der Afrikanischen Schwarzbohne helfen.

Sie erhöhen Ihren zu niedrigen Serotonin- und Melatoninspiegel und stellen damit Ihren natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus wieder her. Johanniskraut-Präparate wirken sich bei Depressionen ebenfalls positiv aus und fördern Ihren Schlaf indirekt.


Bewährte alte Hausmittel


Neben Heilkräutern können Sie auch Hausmittel zum Schlafstörungen Behandeln nutzen. Können Sie schlecht einschlafen, empfehlen sich ansteigende Fußbäder. Diese langsam wärmer werdenden Bäder gehen auf den bekannten Naturarzt Sebastian Kneipp zurück und haben eine beruhigende und Körper, Seele und Geist harmonisierende Wirkung.

Füllen Sie vor dem Zubettgehen eine Fußwanne mit 33 °C warmem Wasser. Setzen Sie Ihre Füße ins Wasser und gießen Sie mehrere Male immer heißeres Wasser nach. Etwa 30 Minuten später sollte die Temperatur die höchste Gradzahl erreicht haben und Sie können sich Ihre Füße kurz mit kaltem Wasser abspülen. Legen Sie sich dann mit warmen Socken ins Bett und spüren Sie, wie die entspannende Wärme Sie müde macht. Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen sollten allerdings auf diese Fußbäder verzichten.

Ein altes Hausmittel, das sich ebenfalls zum Schlafstörungen Behandeln eignet, ist ein Glas warme Milch mit Honig vor dem Schlafengehen. Die Milch sollte der optimalen Wirkung willen nur handwarm und der Honig BIO sein. Das Geheimnis der schlaffördernden Eigenschaften des Hausmittels:

Milch ist reich an L-Tryptophan, einer natürlichen Substanz, aus der der Körper die Hormone Serotonin und Melatonin herstellt. Bei Eintritt der Dunkelheit wird ein Teil des Serotonins in das Schlafhormon Melatonin umgewandelt. Der im Honig enthaltene Zucker unterstützt die L-Tryptophan-Umwandlung zusätzlich. Außerdem können kurze warme Bäder mit Hopfenextrakt oder Lavendelblüten vor dem Schlafengehen Ihre Nachtruhe fördern.


Schlafstörungen mit guter Schlafhygiene behandeln


Praktische Maßnahmen sollten ebenfalls zu Ihrem Schlafstörungen Behandeln gehören. Für einen erholsamen Schlaf benötigen Sie ein Bett mit der passenden Matratze (Fachhandel!). Ihr Schlafzimmer sollte ruhig, abgedunkelt und nicht wärmer als 18 °C sein. Verbannen Sie störende Lichtquellen und Lärm mithilfe von Rolläden und schallisolierten Fenstern.

Gewöhnen Sie sich an, jeden Tag zur selben Zeit ins Bett zu gehen und aufzustehen. Legen Sie sich aber nur schlafen, wenn Sie wirklich müde sind. Entfernen Sie Handy und Arbeitsunterlagen aus Ihrem Schlafzimmer. Verzichten Sie möglichst auf anstrengenden Sport am Nachmittag und langes Fernsehen am Abend. Weitere No-Gos sind

  • eine zu üppige Mahlzeit

 

  • starker Alkoholkonsum

 

  • Kaffee

 

  • schwarzer Tee

 

  • Energydrinks

am Abend. Trägt Ihr Mittagsschlaf zur gestörten Nachtruhe bei, versuchen Sie am besten, ohne ihn durchzuhalten. Beruhigend vor dem Schlafengehen wirken auch leise ruhige Musik und ein gutes Buch. Übrigens: Um Ihre individuellen Schlafstörer herauszufinden, führen Sie am besten mehrere Wochen lang ein Schlaftagebuch.

Notieren Sie dort täglich Ihre Aktivitäten und besonderen Vorkommnisse ab dem Nachmittag und bewerten Sie die folgende Nacht nach Schlafdauer und Schlafqualität. Einige Wochen später lesen Sie sich Ihre Aufzeichnungen genau durch, notieren sich die Ergebnisse und nehmen die erforderlichen Veränderungen vor.

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