• SCHLAFSTÖRUNGSYSTEM

Schlafstörungen Ursachen: Sorgen, Gewohnheiten, Krankheiten

Ausreichend Schlaf trägt zur Gesunderhaltung von Körper, Geist und Seele bei. Weil viele Körperfunktionen im Schlaf langsamer ablaufen, können sich Organe und Gewebe nachts regenerieren. Das Gehirn ordnet die am Vortag aufgenommenen Sinneseindrücke, verarbeitet sie und speichert sie ab. Wer vorübergehend schlecht schläft, muss sich um seine Gesundheit keine Sorgen machen. Anders sieht es aus, wenn Probleme, ungesunde Lebensgewohnheiten und Erkrankungen Schlafstörungen verursachen.


Häufigste Schlafstörungen Ursachen


Mediziner gehen davon aus, dass eine Schlafdauer von sieben bis acht Stunden genügt, um Körper, Seele und Geist wieder fit zu machen. Wie viel Nachtruhe jeder einzelne benötigt, ist jedoch individuell verschieden. Auch der Schlafrhythmus unterscheidet sich von Mensch zu Mensch. Schlafen Sie spät ein oder liegen Sie nachts längere Zeit wach und hält dieser Zustand mehrere Wochen an, sollten Sie baldmöglichst die Ursache Ihrer Schlafstörung herausfinden. Und von diesen Schlafstörungen Ursachen gibt es diverse:

  • beruflicher Ärger

 

  • Beziehungsprobleme

 

  • finanzielle Schwierigkeiten

 

  • Stress

 

  • Schichtarbeit

 

  • Jetlag

 

  • Vorfreude auf ein bevorstehendes wichtiges Ereignis

 

  • anstrengende Reisevorbereitungen

 

  • akute und chronische Erkrankungen

 

  • bestimmte Medikamente

 

  • Alkoholkonsum

 

  • ungesunde Lebensgewohnheiten

Zu den am weitesten verbreiteten Schlafstörungen Ursachen zählen Sorgen und eine ungesunde Lebensweise. Ärger auf der Arbeit und privat haben oft vorübergehende Schlafstörungen zur Folge. Diese gehen meist vorüber, wenn der Stressauflöser wegfällt, also beispielsweise eine befriedigende Lösung des Problems gefunden wird. Hält Ihre gestörte Nachtruhe mehrere Wochen an und ist sie für Sie sehr belastend, sollten Sie unbedingt Ihren Hausarzt aufsuchen und die Schlafstörungen Ursachen abklären lassen.

Stehen Sie unter Stress, nehmen Sie diesen mit ins Bett. Sie können nicht einschlafen, weil sich das Gedankenkarussell in Ihrem Kopf ununterbrochen dreht. Und fallen Sie endlich in Schlaf, wachen Sie nachts öfter auf und grübeln dann weiter. Machen Sie sich Sorgen, setzen Sie sich zusätzlich unter Stress.

Ihr Körper befindet sich dann durch den stark erhöhten Stresshormonspiegel in einem Zustand erhöhter Leistungsbereitschaft: Sie sind hellwach und möchten das drängende Problem lösen. Außerdem bestimmen Ihre Schlafumgebung und Lebensgewohnheiten, wie Sie Ihre Nacht verbringen. Ist Ihre Matratze zu hart oder zu weich, bekommen Sie Rücken- und Nackenschmerzen und schlafen unruhig.

Auch schnarchende Partner wirken sich störend aus. Scheint eine Straßenlaterne direkt in Ihr Schlafzimmer, sorgen Sie am besten für eine starke Verdunkelung. Sogar grelle (aktivierende) Farben im Schlafraum können Ihre Nachtruhe beeinträchtigen.

Neben diesen umfeldbedingten Schlafstörern wirken sich manche Gewohnheiten negativ aus. Zu diesen zählt die gewohnte Tasse Kaffee am späten Nachmittag oder nach der Abendmahlzeit. Vertragen Sie diese nicht, sorgt sie für eine schlaflose Nacht: Kaffee ist erst nach mehreren Stunden vom Stoffwechsel abgebaut.

Schlafmedizinische Studien ergaben, dass Menschen, die mehrmals täglich Kaffee trinken, nachts häufiger aufwachen, unruhiger schlafen oder morgens zu früh aufwachen. Ein deftiges Essen vor dem Zubettgehen kann ebenso für Schlafprobleme sorgen: Der volle Magen macht sich mit Druck und Sodbrennen bemerkbar.

Gehören Sie zu den Bewegungsmuffeln, können Ihre verspannten Muskeln und steifen Gelenke Ihren normalen Schlafrhythmus beeinträchtigen. Sie nehmen das unterdrückte menschliche Bewegungsbedürfnis als motorische Unruhe mit ins Bett. Doch auch zu starke körperliche Aktivität vor dem Schlafengehen ist ungünstig: Ihr Organismus befindet sich in einem Zustand gesteigerter Leistungsbereitschaft, was Sie am Einschlafen hindert.

Zu den schlafstörenden Lebensgewohnheiten gehört auch das Ignorieren bestimmter Körpersignale: Arbeiten Sie bis zur Schlafenszeit, unterdrücken Sie Ihre Müdigkeit. Ebenfalls ungesund sind häufig wechselnde Schlafens- und Aufstehzeiten. Sie wirken sich negativ auf Ihren Schlafrhythmus aus.

Müssen Sie als Nachtmensch aus beruflichen Gründen zum Frühaufsteher werden, zwingt man Sie, gegen Ihren individuellen Schlaf-Wach-Rhythmus zu leben: Der an einem ausgedachten Rhythmus orientierte Arbeitsalltag gilt ebenfalls als eine der Schlafstörungen Ursachen. Zu den weniger beachteten Ursachen von Schlafproblemen zählen die Mythen zum Thema Schlaf.

Sie sind das Produkt von Unwissenheit und Fehlinformationen. Eine dieser sich hartnäckig haltenden Vorstellungen bezieht sich auf die Schlafdauer: Haben Sie gehört, dass man mindestens acht Stunden schlafen sollte und wachen Sie bereits nach sechs Stunden auf, fühlen Sie sich automatisch unausgeschlafen.

Sie haben Angst, zu wenig Schlaf zu bekommen und gehen dann früher ins Bett. Anschließend liegen Sie lange wach und werden immer unruhiger. Eine ähnlich fatale Wirkung hat die Angst vor einer weiteren durchwachten Nacht.


Medikamente und Genussmittel als Schlafstörungen Ursachen


Oft unterschätzt, aber trotzdem wahr: Manche Medikamente gehören wegen ihrer Nebenwirkungen zu den Schlafstörungen Ursachen. Um herauszufinden, ob die vom Arzt verordneten Mittel schuld an Ihren Ein- oder Durchschlafstörungen sind, lesen Sie sich am besten den Beipackzettel durch.

Leiden Sie an Bluthochdruck, kann die abendliche Einnahme des Blutdrucksenkers zu stundenlangem Wachliegen führen. Das Medikament wirkt stimulierend und antriebssteigernd und hemmt die Produktion des schlaffördernden Hormons Melatonin. Verordnet Ihr Arzt Ihnen ein Asthmamittel mit Theophyllin als Wirkstoff, können Sie zwar befreit atmen, aber vermutlich schlecht einschlafen.

Am Abend eingenommene cholesterinsenkende Arzneimittel (Statine) sind ebenfalls imstande, Sie um Ihre Nachtruhe zu bringen. Haben Sie Depressionen, sorgen die Antidepressiva oft für nachts unerwünschte Erregungszustände, die sogar mit Albträumen verbunden sein können.

Trinken Sie vor dem Schlafengehen ein Glas Bier, Wein oder eine geringere Menge anderer Alkoholika, schlafen Sie schneller ein, weil Alkohol eine beruhigende und dämpfende Wirkung hat. Diese lässt allerdings im Laufe der Nacht nach.

Anschließend zeigen sich die typischen Entzugserscheinungen (nervöse Unruhe, starkes Schwitzen, Mundtrockenheit), die Sie am Durchschlafen hindern. Zu derartigen Symptomen kommt es übrigens auch nach starkem täglichem Kaffee- und Zigarettenkonsum.


Erkrankungen als Schlafstörungen Ursachen


Körperliche und seelische Erkrankungen kommen ebenfalls als Schlafstörungen Ursachen infrage. Bei manchen von ihnen gehört der beeinträchtigte Schlaf zu den typischen Symptomen, bei anderen verursachen sie selbst Beschwerden, die zu Schlafstörungen führen können.

Leiden Sie beispielsweise an Herzrhythmusstörungen, schüttet Ihr Körper auch nachts verstärkt Stresshormone aus, die schlafstörend wirken. Sind Sie erkältet, haben Sie eine Bronchitis oder Asthma, kommt es nachts zu Atemnot und starken Hustenanfällen. Asthmaanfälle treten oft in frühmorgendlichen Traumphasen auf.

Magengeschwüre und andere mit starken Schmerzen verbundene Erkrankungen können Ihre Nachtruhe abrupt beenden. Schmerzende Gelenke sind oft Folge von alters- oder verletzungsbedingtem Verschleiß (Arthrose) oder einer chronischen Gelenkentzündung wie der rheumatoiden Arthritis.

Patienten mit diesen Beschwerden leiden häufig an dauerhaften Schlafstörungen. Auch Tumore in Gelenken und Knochen bringen die Betroffenen um ihren Schlaf. Sie können schlechter einschlafen oder wachen nachts auf, wenn sie das beeinträchtigte Gelenk anders lagern möchten.

Hat der Arzt bei Ihnen eine Fibromyalgie festgestellt, haben Sie unter anderem lokal begrenzte chronische Muskelschmerzen, die für Ein- und Durchschlafprobleme sorgen können. Migräneattacken und einige Formen von Kopfschmerzen treten bevorzugt in Traumphasen in Erscheinung. Migräne kann Sie außerdem aus dem Tiefschlaf holen.

Neurologische Erkrankungen wie das Parkinson-Syndrom gehen ebenfalls oft mit Schlafstörungen einher. Die während der Nachtruhe normalerweise besonders aktiven Gehirnnervenzellen werden durch die fortschreitende chronische Krankheit in ihrer Funktion gehemmt, was wiederum den geordneten Ablauf der Schlafphasen stört.

Parkinsonkranke wachen aus dem Tiefschlaf auf, weil sie sich durch die eingeschränkte Beweglichkeit nicht umdrehen können. Außerdem werden sie oft durch Spannungsschmerzen am Einschlafen gehindert. Bei einer neuromuskulären Erkrankung wie der Muskelschwäche kommt es zu nächtlichen Atemproblemen, die den Schlaf stören und das Einschlafen behindern können.

Alte Menschen, die an einer Alzheimer- oder anderen Demenzform erkrankt sind, leiden oft unter schweren Schlafproblemen. Ihr Tiefschlaf ist durch die Veränderungen im Gehirn beeinträchtigt. Intensive Träume und Trugbilder während des REM-Schlafs führen zum Aufschrecken aus dem Schlaf und zum anschließenden Umherirren in der Wohnung. Häufig kommen Einschlafstörungen hinzu.

Bei Frauen in den Wechseljahren sind die im Körper ablaufenden hormonellen Veränderungen an der gestörten Nachtruhe schuld. Diese zeigen sich mit starkem nächtlichem Schwitzen und nervöser Unruhe. Wechseljahresbedingte Schlafprobleme gehen später von allein vorüber, wenn die kritische Lebensphase überwunden ist.

Leiden Sie an einer Schilddrüsenüberfunktion, sorgen die übermäßig gebildeten Schilddrüsenhormone dafür, dass Ihre gesteigerte innere Unruhe und Ihr erhöhter Puls Sie nicht schlafen lassen. Zu den eher seltenen Schlafstörungen Ursachen gehört das Restless Legs Syndrom:

Liegen Sie im Bett, können Sie wegen des lästigen Kribbelns in den Beinen und des Ziehens in den Waden nicht einschlafen. Mediziner vermuten eine gestörte Weiterleitung von Nervenimpulsen als Ursache der belastenden nächtlichen Bewegungsstörung.

Die Beschwerden bessern sich erst, wenn der Betroffene aufsteht und umherläuft. Diese erzwungenen Bewegungen sorgen für Ein- und Durchschlafstörungen. Am folgenden Tag ist er infolge des verkürzten Tiefschlafs übermüdet.

Das Schlafapnoe-Syndrom sorgt für eine besonders häufig unterbrochene Nachtruhe. Während des Schlafs erschlaffen Ihre Rachenmuskeln so stark, dass Sie heftig schnarchen. Ist Ihre Schlafapnoe besonders stark ausgeprägt (obstruktive Schlafapnoe), sind Ihre oberen Atemwege infolge der starken Verengung im Rachen kurzzeitig fast vollständig blockiert. Sie hören für etwa 30 Sekunden auf zu atmen.

Der Kohlendioxidgehalt in Ihrem Blut steigt an und die Sauerstoffkonzentration nimmt ab. Ihr Körper setzt vermehrt Stresshormone frei. Anschließend nimmt die Atemmuskulatur ihre Arbeit wieder auf und öffnet die verlegten Atemwege.

Sie schnappen nach Luft, was Sie aus dem Schlaf holt. Das passiert jede Nacht unzählige Male, sodass es zu chronischen Schlafstörungen und sogar zu schweren Stoffwechsel- und Gefäßerkrankungen kommen kann.

In wenigstens 50 Prozent der Fälle treten die Schlafprobleme als Ursache oder Begleitsymptome seelischer Krankheiten auf. Bei der Mehrzahl der Betroffenen handelt es sich um Patienten mit Depressionen. Sie können schlecht einschlafen, wachen nachts öfter auf, liegen dann länger wach und erwachen am frühen Morgen vorzeitig. Anschließend können sie meist nicht mehr einschlafen.

Weitere Blogbeiträge:

© 2019